Abizeitung-Ideen: Inhalt, Aufbau und Seiten, die jeder liest

Von Ali Alik, My Abi Berlin Stand: 8 Minuten Lesezeit Thema: Abibuch und Abizeitung

Kurz gesagt

In eine Abizeitung gehören Steckbriefe, Kursberichte, Lehrerseiten, Rankings, Zitate und Fotos, eingerahmt von Vorwort, Danksagung und Impressum. Hier findet ihr einen Seitenplan als Vorlage, 30 Steckbrief-Fragen, 25 Ranking-Ideen, die wichtigsten rechtlichen Punkte und einen Zeitplan bis zur Verteilung im Juni 2027.

Die Abizeitung ist das Einzige vom Abi, das in zwanzig Jahren noch im Regal steht. Damit sie nicht nur gekauft, sondern auch gelesen wird, braucht sie einen klaren Aufbau und Seiten, auf denen sich alle wiederfinden. Hier bekommt ihr einen Seitenplan, Fragen, Rankings und einen Zeitplan. Gedruckt wird eure Abizeitung bei My Abi Berlin in der eigenen Druckerei, ab 12 € pro Person. Mehr dazu unter Abizeitung drucken.

Was gehört in eine Abizeitung?

In eine Abizeitung gehören vor allem Steckbriefe aller Abiturientinnen und Abiturienten, Kursberichte, Lehrerseiten, Rankings, Zitate und Fotos aus der gemeinsamen Zeit. Vorwort, Danksagung und Impressum rahmen das Ganze ein.

Am meisten gelesen werden die Seiten, auf denen Menschen vorkommen: Steckbriefe, Rankings und Zitate. Seiten mit viel Fließtext und wenig Bezug zum Jahrgang werden eher überblättert. Plant deshalb lieber mehr Fotos und kurze Formate als lange Berichte.

Aufbau: ein Seitenplan als Vorlage

Ein bewährter Aufbau führt vom Vorwort über die Steckbriefe zu Kursen, Lehrkräften und Rankings und endet mit Danksagung und Impressum. Die Umfänge in der Tabelle sind Vorschläge, die ihr an euren Jahrgang anpasst.

Bereich Inhalt Vorschlag Umfang
Cover und Umschlag Motto, Jahrgangsfoto, Namensliste auf der Rückseite 4 Umschlagseiten
Vorwort und Inhalt Grußwort des Komitees, eventuell der Schulleitung 2 bis 3 Seiten
Jahrgang in Zahlen Ergebnisse aus Umfragen, zum Beispiel Kaffee pro Klausur 1 bis 2 Seiten
Steckbriefe Eine ganze oder halbe Seite pro Person Personenzahl mal 1 oder 0,5
Kursberichte Leistungskurse oder Tutorien 1 bis 2 Seiten pro Kurs
Lehrerseiten Steckbriefe, Zitate, Grußworte 4 bis 10 Seiten
Rankings Top 3 je Kategorie 4 bis 8 Seiten
Zitate Sprüche aus Unterricht und Pausen 2 bis 4 Seiten
Fotoseiten Fahrten, Mottowoche, früher und heute 4 bis 10 Seiten
Chronik Von der 7. Klasse bis zum Abi 2 bis 4 Seiten
Danksagung Eltern, Lehrkräfte, Hausmeisterei, Sekretariat, Sponsoren 1 bis 2 Seiten
Anzeigen Werbung von Sponsoren nach Bedarf
Impressum Herausgeber, Druckerei, Verantwortliche eine halbe Seite

Klärt früh mit der Druckerei, in welchen Schritten die Seitenzahl wachsen darf. Bei gehefteten Heften muss sie zum Beispiel durch vier teilbar sein. Für Cover und Kapitelseiten bietet sich euer Abimotto an.

30 Steckbrief-Fragen für die Abizeitung

Gute Steckbrief-Fragen lassen sich in einem Satz beantworten und erzählen trotzdem etwas Persönliches. Wählt 10 bis 15 Fragen aus, sonst wird die Seite voll und die Antworten werden kurz und lustlos.

Basics

  1. Name und Spitzname, und wie ist er entstanden?
  2. Geburtstag
  3. Leistungskurse
  4. Beschreib dich in drei Wörtern.
  5. Seit welcher Klasse bist du an der Schule?
  6. Wer hat dich durch die Schulzeit begleitet?

Schulzeit

  1. Lieblingsfach und das Fach, das du am liebsten abgewählt hättest
  2. Dein peinlichster Moment im Unterricht
  3. Die beste Erinnerung an eine Klassenfahrt
  4. Die beste Ausrede, die du je benutzt hast
  5. Dein Stammplatz im Schulgebäude
  6. Der Satz, den du von Lehrkräften am häufigsten gehört hast
  7. Was dachtest du in der 7. Klasse über die Oberstufe?
  8. Was hat dir die Schule beigebracht, das in keinem Lehrplan steht?

Persönlich und lustig

  1. Dein Lieblingssnack in der Pause
  2. Ohne was verlässt du nie das Haus?
  3. Welcher Song beschreibt deine Oberstufe?
  4. Welche Superkraft hätte dir in Klausuren geholfen?
  5. Wenn dein Leben eine Serie wäre: Wie hieße sie?
  6. Deine größte Macke
  7. Wofür würdest du nachts um drei aufstehen?
  8. Der beste Rat, den du je bekommen hast

Zukunft

  1. Was machst du nach dem Abi?
  2. Wo siehst du dich in zehn Jahren?
  3. Was wolltest du als Kind werden?
  4. Was steht als Erstes auf deiner Liste für die Zeit nach dem Abi?
  5. Wem möchtest du Danke sagen?
  6. Was gibst du dem nächsten Jahrgang mit?
  7. Was wirst du an der Schule vermissen und was garantiert nicht?
  8. Dein Abschiedssatz in höchstens zehn Wörtern

Sammelt die Antworten über ein Online-Formular mit Zeichenbegrenzung pro Feld. So passen alle Steckbriefe ins Layout, und niemand schreibt eine halbe Seite zu Frage 7. Fragt im selben Formular die Einwilligung für Fotos ab, mehr dazu unten im Abschnitt Rechtliches.

25 Ranking-Ideen

Rankings funktionieren, wenn sie liebevoll übertreiben und niemanden bloßstellen. Fragt sie per anonymer Umfrage ab und druckt pro Kategorie die Top 3.

  1. Wer wird zuerst berühmt?
  2. Wer kommt garantiert zu spät zum Abiball?
  3. Wer hat die besten Ausreden für fehlende Hausaufgaben?
  4. Wer wird später Lehrkraft an unserer Schule?
  5. Wer hat immer Snacks dabei?
  6. Wer schläft im Unterricht am unauffälligsten?
  7. Wer gewinnt als Erstes eine Quizshow?
  8. Wer kennt jeden Späti im Kiez?
  9. Wer hat das ansteckendste Lachen?
  10. Wer wird Bundeskanzlerin oder Bundeskanzler?
  11. Wer hat immer ein Ladekabel dabei?
  12. Wer organisiert alles im Hintergrund?
  13. Wer diskutiert am liebsten mit Lehrkräften?
  14. Wer hat den besten Musikgeschmack?
  15. Wer bleibt für immer in Berlin?
  16. Wer wandert als Erstes aus?
  17. Wer hat die schönste Handschrift?
  18. Wer schreibt die längsten Klausuren?
  19. Wer verpasst keine Party?
  20. Wer gibt die besten Ratschläge?
  21. Wer ist das heimliche Mathe-Genie?
  22. Wer hatte die kreativsten Outfits in der Mottowoche?
  23. Wer wird Millionär und lädt alle ein?
  24. Bestes Duo des Jahrgangs
  25. Welche Lehrkraft hat die besten Sprüche?

Verzichtet auf Kategorien zu Aussehen, Gewicht, Beziehungen oder Noten einzelner Personen. Gebt allen die Möglichkeit, aus den Rankings herausgenommen zu werden. Eine Seite, über die eine Person nicht lachen kann, kostet mehr Stimmung, als sie bringt.

Lehrerseiten

Lehrerseiten werden am liebsten gelesen, wenn die Lehrkräfte selbst zu Wort kommen und mit den Inhalten einverstanden sind. Fragt deshalb früh, wer mitmachen möchte.

  • Lehrer-Steckbrief: Fünf kurze Fragen, etwa „Was wollten Sie mit 18 werden?“ oder „Ihr Lieblingsmoment mit unserem Jahrgang?“
  • Damals-Foto: Ein Foto aus der eigenen Schulzeit der Lehrkraft, nur mit deren Zustimmung.
  • Zitatesammlung: Die besten Sprüche aus dem Unterricht. Zeigt sie den Lehrkräften vor dem Druck.
  • Grußworte: Tutorinnen und Tutoren schreiben ein paar Sätze an ihren Kurs.
  • Positive Lehrer-Rankings: Zum Beispiel „beste Tafelbilder“ oder „entspannteste Klausuraufsicht“.

Kursberichte

Ein Kursbericht passt auf eine bis zwei Seiten und lebt von Erlebnissen, die auch Leute aus anderen Kursen verstehen. Bestimmt pro Kurs eine Person, die schreibt, und eine, die Fotos sammelt.

Dieses Raster hilft beim Schreiben:

  • Kursfoto mit allen Namen
  • Drei Highlights aus zwei Jahren Kursphase
  • Das beste Zitat der Lehrkraft, mit ihrer Zustimmung
  • Der Kurs in Zahlen, etwa Klausuren, Exkursionen oder verbrauchte Whiteboard-Marker
  • Ein Satz an den nächsten Jahrgang

Legt eine Zeichenzahl fest, damit kein Bericht drei Seiten lang wird und ein anderer nur aus einem Foto besteht.

Weitere Seiten, die jeder liest

Neben Steckbriefen und Rankings ziehen vor allem Seiten mit Fotos, Zahlen und Prognosen die Leute an. Diese sechs Formate lassen sich mit wenig Aufwand umsetzen:

  • Früher und heute: Ein Kinderfoto neben einem aktuellen Foto, als Ratespiel mit Auflösung auf der nächsten Seite.
  • Jahrgang in Zahlen: Ergebnisse aus einer kurzen Umfrage, etwa durchschnittliche Schlafstunden vor Klausuren oder die meistgehörte Ausrede.
  • Zukunftsprognosen: Was macht wer in zehn Jahren? Abgestimmt im Jahrgang, freundlich formuliert.
  • Wortwolke: Die häufigsten Wörter aus allen Steckbriefen als Grafik auf einer Seite.
  • Grüße an den Jahrgang: Kurze Nachrichten von Eltern, Geschwistern oder ehemaligen Mitschülern.
  • Fotoseite des Jahrgangs: Ein gemeinsames Foto auf einer Doppelseite. Für professionelle Bilder gibt es bei uns Abifoto und Abivideo.

Rechtliches: Fotos, Zitate und Impressum

Für Fotos braucht ihr grundsätzlich die Einwilligung der abgebildeten Personen, Zitate gebt ihr korrekt und fair wieder, und ins Impressum gehören Angaben zu Druckerei und Herausgeber. Diese drei Punkte solltet ihr vor dem Druck abhaken.

Fotos und Recht am eigenen Bild

Nach § 22 Kunsturhebergesetz dürfen Bildnisse nur mit Einwilligung der abgebildeten Person verbreitet werden. § 23 nennt Ausnahmen, etwa für Bilder von Versammlungen und ähnlichen Vorgängen. Die Ausnahmen gelten aber nicht, wenn berechtigte Interessen der abgebildeten Person verletzt werden. Für die Abizeitung heißt das praktisch: Holt die Einwilligung schriftlich ein, am einfachsten im Steckbrief-Formular. Bei Minderjährigen klärt, ob zusätzlich die Eltern zustimmen müssen. Peinliche Fotos lasst ihr weg, auch wenn sie lustig sind.

Zitate und fremde Texte

Lehrer- und Schülerzitate sollten wörtlich stimmen, in den Zusammenhang passen und niemanden lächerlich machen. Zeigt die Zitate den Betroffenen im Zweifel vor dem Druck. Bei fremden Werken wie Songtexten, Gedichten oder Comics gilt das Urheberrecht. § 51 UrhG erlaubt Zitate nur, soweit der Umfang durch den Zitatzweck gerechtfertigt ist. Einen kompletten Songtext als Deko abzudrucken, deckt das in der Regel nicht.

Impressum der Abizeitung

Das Berliner Pressegesetz verlangt in § 7 auf Druckwerken Name oder Firma und Wohnort oder Geschäftssitz von Drucker und Verleger, im Selbstverlag die Angaben zu Verfasser oder Herausgeber. Üblich ist deshalb ein Impressum mit der Druckerei, dem Jahrgang als Herausgeber und einer verantwortlichen Person aus dem Komitee. Prüft die aktuelle Fassung des Gesetzes vor dem Druck.

Keine Rechtsberatung: Dieser Abschnitt gibt einen allgemeinen Überblick. Bei konkreten Fragen wendet euch an eine Anwältin oder einen Anwalt.

Zeitplan bis zum Druck

Rechnet vom Verteiltermin rückwärts: Wer die Abizeitung zum Abiball im Juni 2027 verteilen will, startet die Redaktion im Herbst 2026 und hat die Inhalte vor den Osterferien weitgehend fertig. Typische Ball-Wochenenden 2027 sind der 11./12.06., der 18./19.06. und der 25./26.06.2027. Die Sommerferien beginnen in Berlin am 01.07.2027.

Zeitraum Schritt
Oktober bis November 2026 Redaktionsteam bilden, Seitenplan und Budget festlegen, Druckerei anfragen
Dezember 2026 Steckbrief-Formular mit Foto-Einwilligung verschicken, Kursverantwortliche bestimmen
Januar 2027 Rankings abfragen, Fotos sammeln, Lehrkräfte um Beiträge bitten
Februar bis Mitte März 2027 Texte schreiben, Layout bauen (Winterferien vom 01.02. bis 06.02.2027)
bis 19.03.2027 Inhalte weitgehend fertig, letzter Unterrichtstag vor den Osterferien
April 2027 Korrekturlesen, Freigaben und Einwilligungen prüfen, Zitate gegenlesen lassen
Mai 2027 Druckfreigabe, Produktion nach Angebot der Druckerei
Juni 2027 Verteilung beim Abiball oder bei der Zeugnisausgabe

Rund um die Osterferien beginnt für viele die Prüfungsphase. Den genauen Prüfungsplan kennt eure Schule. Plant die Redaktionsarbeit so, dass in dieser Zeit nur noch Korrekturen anfallen. Die Produktionszeit eurer Druckerei steht im Angebot. Plant zusätzlich eine Woche Puffer ein.

Nächster Schritt

Ihr wollt wissen, was eure Abizeitung kostet? Fragt jetzt unverbindlich an. Die Anfrage ist kostenlos, danach sprechen wir persönlich über Umfang und Auflage, und ihr bekommt ein schriftliches Angebot für den Druck in unserer eigenen Druckerei.

Häufige Fragen

Was muss in eine Abizeitung?

In eine Abizeitung gehören vor allem Steckbriefe aller Abiturientinnen und Abiturienten, Kursberichte, Lehrerseiten, Rankings, Zitate und Fotos aus der gemeinsamen Schulzeit. Dazu kommen ein Vorwort, eine Danksagung und ein Impressum. Beliebte Extras sind Fotoseiten nach dem Muster früher und heute, ein Jahrgang in Zahlen und Zukunftsprognosen. Die Steckbriefe machen meist den größten Teil des Umfangs aus.

Was ist rechtlich bei der Abizeitung zu beachten?

Für Fotos von Personen braucht ihr grundsätzlich deren Einwilligung, so steht es in § 22 Kunsturhebergesetz. Zitate von Lehrkräften und Mitschülern sollten fair sein und niemanden bloßstellen, im Zweifel fragt ihr vorher. Ins Impressum gehören nach dem Berliner Pressegesetz Angaben zu Druckerei und Herausgeber. Das ist ein allgemeiner Überblick und keine Rechtsberatung.

Wann muss die Abizeitung in den Druck?

Rechnet vom Verteiltermin rückwärts: Soll die Abizeitung zum Abiball im Juni 2027 fertig sein, sollte die Redaktion im Herbst 2026 starten und die Inhalte vor den Osterferien ab dem 22.03.2027 weitgehend stehen. Im April folgen Korrekturen und Freigaben, danach die Druckfreigabe. Die genaue Produktionszeit steht im Angebot eurer Druckerei.

Was kostet eine Abizeitung bei My Abi Berlin?

Bei My Abi Berlin kostet ein Abibuch oder eine Abizeitung ab 12 € pro Person, gedruckt in der eigenen Druckerei. Was euer Preis genau umfasst, steht im schriftlichen Angebot, das ihr nach einer kostenlosen und unverbindlichen Anfrage bekommt. Vorher sprechen wir persönlich über Umfang, Auflage und Wünsche eures Jahrgangs.

Quellen

  1. § 22 Kunsturhebergesetz (KUG) – Recht am eigenen Bild
  2. § 23 Kunsturhebergesetz (KUG) – Ausnahmen zu § 22
  3. § 51 Urheberrechtsgesetz – Zitate
  4. Berliner Pressegesetz, § 7 Impressum (Textfassung bei umwelt-online)
  5. Ferienordnung für das Land Berlin 2024/2025 bis 2029/2030 (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie)

Alle Angaben ohne Gewähr. Rechtliche Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung.

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